Ortsverband L11

Essen-Haarzopf

Zufrieden mit der Arbeit der Bundesnetzagentur?

Meine Erfahrung mit dem Prüf- und Messdienst der BNetzA
Lars-Oliver Sahlecker ( DO8FD )
Zur Vorgeschichte: Das Schwergewicht meiner Tätigkeit als Funkamateur lag bislang auf Frequenzen des 2-m-Bandes und des 70-cm-Bandes. Angeregt durch Gespräche mit anderen Funkamateuren malte ich mir aus, wie interessant es nun auch für mich sein könnte, die Eigenschaften der Kurzwelle kennen zu lernen. Als Transceiver schaffte ich mir also einen Kenwood TS-480 SAT an, schenkte meinem Shack und der Antennenanlage nebst Anzeige gemäß BEMFV die erforderliche Aufmerksamkeit und war nun gespannt auf das erste Empfangserlebnis “Kurzwelle“!
Als ich das Gerät einschaltete, schlug jedoch meine freudige Erwartung schnell ins blanke Entsetzen um. Ich hörte sowohl auf den Bändern des Amateurfunkdienstes 10 m, 15 m, 80 m und 160 m, die ich als DO verwenden darf, als auch auf den Frequenzen des Kurzwellenrundfunks nur Brummen und prasselndes Rauschen anstatt bestimmungsgemäß verwertbarer Signale. Damit war die erste Euphorie bei mir vorbei. Es vergingen einige Tage an denen ich selbst versuchte, die Quellen der elektromagnetischen Störungen ausfindig zu machen.
Es gelang mir jedoch nicht. Ich wandte mich also an die BNetzA und erläuterte mein Problem. Was mich sehr in Erstaunen brachte, war die Freundlichkeit und fachliche Kompetenz des Gesprächspartners. Meine Meldedaten wurden aufgenommen und mir wurde ein Termin für die Ortsbegehung vorgeschlagen.

Über die mir bis dahin zugetragene Mundpropaganda war ich jedoch unsicher, welche Bedeutung man meiner Störungsmeldung dann tatsächlich entgegenbringen würde. Nach einer Woche war es so weit. Zwei freundliche Herren des Prüf- und Messdienstes begutachteten meine Amateurfunkstelle einschließlich der Antennenanlage. Ein Rohde & Schwarz Messempfänger wurde in Betrieb genommen und die Frequenzbereiche sorgfältig nach erwünschten- und unerwünschten Signalen untersucht. Es gäbe so einige Störungsquellen in meiner Nachbarschaft, meinte der eine BNetzA-Mitarbeiter. Nach einer eingehenden Fachdiskussion über Antennentechnik und Quellen elektromagnetischer Störungen begaben sich die Herren auf die Suche. Erstaunlich schnell war die erste Störungsquelle entdeckt. Sie befand sich im Nachbarhaus, nur wenige Meter von meiner Vertikal-Antenne entfernt. Es handelte sich um ein offenbar ständig eingestecktes Steckernetzteil für ein Haarschneidegerät. Mit sachkundiger Überzeugungsarbeit seitens der Mitarbeiter der BNetzA wurde diese Störungsquelle außer Betrieb genommen und der ihr gebührenden Verwertung zugeführt. Mit Rücksicht auf die vorgerückte Tageszeit musste ich mich mit diesem Ergebnis erst einmal zufrieden geben. Aber mir wurde versichert, dass weiter gesucht würde. Durch die “Abschaltung“ der ersten Störungsquelle empfing mein KW-Transceiver nun erstmals Nutzsignale. Ich freute mich sehr. Die Anschaffung des neuen TRX schien nicht unnütz gewesen zu sein. Es vergingen noch ein paar Tage als sich die Herren der BNetzA wieder bei mir meldeten, um einen weiteren Termin zu vereinbaren.
Nach erneutem Messen mit besagtem Messempfänger wurde wieder sehr schnell ein weiterer Verursacher elektromagnetischer Störungen ausgemacht. Hierbei handelte es sich ebenfalls um ein Steckernetzteil. Und, es wurde ebenfalls im Nachbarhaus betrieben und versorgte ausgerechnet eine Satelliten-Verteileranlage. Nach einem Telefongespräch der Mitarbeiter der BNetzA und dem Installateur der Sat-Anlage wurde schnell deutlich, dass hier Abhilfe erforderlich ist. Schon am Folgetag wurde diese Störungsquelle durch den Installateur der Sat-Anlage beseitigt.
Meinen Erfahrungsbericht schließe ich mit Dank und den Worten, BNetzA: hilfsbereit, kompetent und freundlich!
Lars-Oliver DO8FD
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